Sinulog na!

Sinulog ist das große Tanzfestival, das hier in Cebu zu Ehren des Senior Santo Nino veranstaltet und von Million Leuten- auch aus anderen Ländern- besucht wird. Senior Santo Nino ist eine Puppe, die Jesus als Kind darstellen soll. Kitschig, mit Krone aufm Kopf und von allen Katholiken verehrt und für jedes kleine „Wunder“ im Alltag gepriesen. Diesem Kult kann ich nichts abgewinnen.

Mitreisend wird der Höhepunkt des Sinulog-Festivals am nächsten Sonntag wohl dennoch sein. Es gibt wieder „Novena“-Gottesdienste- also täglich bis zu 10 Gottesdienste an den neun Tage vor dem Fest - und viele Tanzveranstaltungen.

Am nächsten Sonntag wird dann wohl ganz Cebu kommt gerammelt voll sein, so dass man in einem mehrere Kilometer großen Radius nicht mehr nach Downtown Cebu City reinkommt. In den Straßen wird dann getanzt.

Es gibt auch mehrere öffentliche Wettbewerbe und Paraden- an Farbenpracht wird’s nicht mangeln.

Letzten Sonntag habe ich mir mit einer anderen dt. Freiwilligen den Wettbewerb der Grund- und High-Schools angeschaut. Ein riesiger Aufwand mit all den Kostümen, etc. und bereits viele Menschen auf einem Fleck. Anfangs noch sehr schön anzusehen, nach einer halben Stunde, war es aber fast immer derselbe Auftritt nur von einer anderen Schule.

 

Ich habe mir übrigens nun einen Elektroherd und Töpfe besorgt und esse öfters bei mir anstatt bei den Schwestern. Viel habe ich noch nicht gekocht, großes wird es auch nicht, aber allein, dass ich aufwärmen kann ist schon eine Hilfe, wenn ich –so wie häufiger in letzter Zeit- abends noch zum Sporttreiben gehe. Meine Stromrechnung lag in den letzten zwei Monaten übrigens bei 13cent.

 

Als eine Beobachtung könnte ich Euch heute noch den sehr unterschiedlichen Umgang mit Alkohol auf den Philippinen bieten:

An Silvester lassen die Schwestern sich einen Mini-Schluck Wein eingießen, der weniger als ein Schnapsglas ausmacht. Eine Schwester möchte das Bier, das der Gemeindepfarrer trinkt, „probieren“ (als hätte sie in ihrem Leben noch kein Bier getrunken)und verhält sich anschließend wie ein kleines Kind.

Bei der Familie, bei der ich über Weihnachten war, haben 2 Erwachsene Kinder noch nie den Wein aus den jungen Kokosnüssen (Tuba) probiert. Von dem Tuba, das ich für alle gekauft habe, haben nur die Männer getrunken, aber auch nicht mehr als ein Glas.

In der Armutsgegend hier, ist es unter den Männern mit dem Trinken aber anders. Da gibt es das Scheinheilige nicht, da muss niemand durch seine Abstinenz seinen hohen gesellschaftlichen Stand markieren, sondern da setzen sich die Männer auch unter der Woche mal zum Trinken zusammen- teilweise auf die Straße. Trotz des Rituals, das jeder der Reihenfolge des Kreises folgend immer ein Glas leert, wird insgesamt deutlich weniger getrunken als in Deutschland.

 

Ein anderes kulturelles Ritual, ist es auf den Philippinen, seinen respekt für Menschen die älter sind als man selbst damit auszudrücken, dass man die hand des Älteren nimmt und auf die einge Stirn drückt. Diese Art des sich einen Segengeben lassens ist teilweise sehr stark verbreitet- v.a. bei Kleinkindern, die dann auf mich zukommen und rufen „bless ko, cuya max“.

Aber auch Erwachsene praktizieren das noch. In der oben wieder genannten Familie, haben sich alle Familienmitglieder nach dem Gottesdienst im Wohnzimmer versammelt, die Eltern saßen auf dem Sofa und die „Kinder“ (Ältester 29) haben sich auf den Boden gekniet und „ihren Segen“ abgeholt….

11.1.10 15:53

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