Wer sich helfen lässt, wird ausgeraubt

Ich bin schon viel bei Dunkelheit unterwegs gewesen, war in Stadtteilen von denen man mir abgeraten hat und bin nachts Jeepney gefahren. All das mach ich mit Selbstbewusstsein, passe gut auf, lass mir so wenig wie möglich helfen und mir ist nichts passiert.

Anders heute: Ich habe Hilfe angenommen.

In einer mir vertrauten Straße bei Dunkelheit, konnte mein Jeepney nicht durchkommen, weil die Straße mit Verkaufsständen vollstand. Ich wusste nicht welche Umleitung das Jeepney wohl nehmen wird und habe mir gedacht, ich stelle mich ans Ende der Umleitung. Doch das Jeepney kam nicht und so habe ich einen der Verkehrswächter gefragt. Der deutet in eine andere Straße und die Person, mit der er sich zuvor unterhalten hat (er hatte auch eine Art Uniform an), bedeutet mir mitzukommen.

Dieser Mann in Hemd und mit Handy in der Hand läuft auf ein stehendes Jeepney zu und meint damit würden wir zum „08G“ (mein Jeepney) kommen. Er steigt aufs Trittbrett, geht dann aber nicht ganz ins Innere, so dass ich auf dem Trittbrett stehen bleiben muss. Zwei Männer springen von hinten noch schnell aufs Trittbrett und das Jeepney fährt los. Die Männer drücken mich mit ihren Körpern mit einigen Stößen nach vorne – ich denke, weil sie nicht genügen Platz auf dem Trittbrett haben. Ich bin mit Ihnen maximal drei Sekunden auf dem Trittbrett, weil im Inneren jemand dem Fahrer zuruft er soll anhalten. Bei der Gelegenheit drücke ich die Männer genervt bei Seite und steige vom Trittbrett ab (ich habe erwartet einer wird aus dem Inneren kommen). Der Mann, der mich zum Jeepney gebracht hat, ruft mir zu „no 08G“ und ich bleibe auf der Straße stehen, während das Jeepney wieder losfährt- schließlich weiß ich selber, wo mein Jeepney noch lang fährt.

Mich beschäftigt diese Situation eigentlich gar nicht weiter, sie passt zum philipp. Alltag. Doch im selben Moment denke ich daran routinemäßig beim Aussteigen vom Jeepney nach meinen Wertsachen in der Hosentasche zu tasten. Die Tasche ist aber quasi leer.

Mein Handy und einen Notizzettel haben die Männer in den zwei Sekunden aus der Hosentasche geklaut. Mein Geldbeutel ist noch da. Wahrscheinlich hätten sie ihn aus der weiten Hosentasche meiner Sporthose (ich kam vom Badminton) auch geklaut, hätte ich sie nicht von mir weggedrückt.

Der Mann, dem ich gefolgt bin, muss gesehen haben, dass ich ein Handy in die Hosentasche gesteckt habe, dann habe ich mich als unerfahren geoutet, weil ich als Weißer eine Auskunft von einem Fremden erfragt habe, ich hab eine Sporthose mit weiten Taschen an und folge ihm und er weiß um seine zwei Komplizen- eine optimale Möglichkeit und alles geht verdammt schnell.

Nun kann ich trotz aller Wut froh sein, dass ich nie unnötig große Geldbeträge bei mir habe, Geldkarten immer in schwerer zugänglichen Taschen habe und meinen Schlüssel immer mit Karabinerhaken innerhalb meiner Hosen trage. Wichtige Telefonnummern schreibe ich mir auch separat  nochmal auf, falls eben mal das Handy geklaut wird. Trotzdem muss nun schnell ein neues Handy her!!Ärgerlich! Ohne diese Erfahrung hätte ich auch leben können.

Meine neue Nummer schicke ich Euch dann demnächst.

18.12.09 16:31

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