Archiv

Das Venedig der dritten Welt

 

Seit Dienstag habe ich nun erste Eindrücke von meiner anderen Einsatzstelle SPCC gewonnen. Hier mal ein paar kurze Infos:

SPCC= Salvatorian Pastoral Care for Children. Das Projekt stammt als von den Salvatorianischen Schwestern, wird nicht nur in Cebu durchgefuehrt, sondern auch in der Hauptstadt Manila und es basiert auf der Zusammenarbeit von kirchl. Gemeinden und dem Mitarbeiterstab des SPCC. In den einzelnen Bezirken der Gemeinde werden Umfragen durchgefuehrt und es werden Freiwillige (Erwachsene und Jugendliche, sog. CRA=Child Rights Advocates) gesucht, die als Berichterstatter und Vermittler fungieren. Die CRA berichten über Vorfälle wie Vergewaltigungen, Gangbildung, Weisenkinder, verlassene Kinder, Kinderarbeit, etc. Ausserdem gehen die Mitarbeiter auch in die Bezirke und gucken nach dem Rechten. Sie sind dann wiederum Vermittler für andere gemeinnützige Institutionen wie z.B. enfants du Mekong, Albert Schweitzer Hilfswerk etc. Viel Büroarbeit und viele Meetings gehören zum Arbeitsalltag der Mitarbeiter.

SPCC ist von Unicef anerkannt und gesponsort, genauso wie von Missio Aachen/München.

Die 3 Laienmitarbeiter (also keine Schwestern)sind alle noch recht jung. Mit ihnen und den beiden Schwestern verstehe ich mich gut.

Zweimal war ich nun mit einer Mitarbeiterin unterwegs in den Bezirken um für eine Fortbildung der CRA am Wochenende Anmeldungen einzusammeln. Die Anblicke, die sich einem in den Bezirken bieten, können wirklich unter die Haut gehen- u.a. das,was ich „Venedig der dritten Welt“ genannt habe: Eine Siedlung auf Stelzen im Meer. Verbunden sind die Häuser über schmale Wege, die aus Bambusholz gebildet wurden und nicht stabil wirken. Neben all den Hygienemängeln, besitzt diese Siedlung aber doch auch eine Schönheit….

 

In zwei Stunden geht es auf das Weiterbildungswochenende der CRAs. Ich werde also bis Sonntag abend mit 30 Erwachsenen aus den Bezirken hier an der Weiterbildung teilnehmen bzw. auch dieses Wochenende mitgestalten….gemischte Gefuehle tragen mich dorthin.

 

Mein Sprachkurs ist die Woche normal gelaufen, allerdings ist es teilweise ernuechternd, wie anderes die Sprache ist und wie viel ich eigtl dafuer noch machen muesste. Aber ich finde leider nicht die Zeit Vokabeln zu lernen. Am Wochenende und am Dienstag faellt der Kurs aus, weil ich ja nicht da bin und weil am Dienstag der 100. Todestag vom Gründer der Salvatorianer(Fr. Francis Jordan) ist. Eine Grammatik habe ich auch noch nicht- wahrscheinlich bekomme ich sie endlich Ende naechster Woche.

Die letzten Tage waren gefuellt mit Vorbereitungen fuer dieses Wochenende Sonntagabend, Montag und Dienstag sind es dann Vorbereitungen(vor allem viele Gesangsproben fuer den Gottesdienst – ja, ich nehme an den Proben auch teil) für den besonderen Gottesdienst mit anschließender kleiner Feier.

Mittwoch ist Feiertag und wir werden den Geburtstag einer der Schwestern nachfeiern und den einer anderen vorfeiern.

 

Ja, so schaun dann meine nächsten Tage aus. Ich hoffe, danach wird es etwas ruhiger, so dass ich irgendwann mal wieder Sport machen kann.

Das fehlt mir hier wirklich. Ich komme zeitlich nicht dazu und leider weiß ich auch nicht was ich hier machen soll, da sich keine Möglichkeit /bzw kein Partner fuer Tennis und Badminton bieten……

Inzwischen fuehle ich mich fast etwas von den Leuten hier in der Umgebung genervt, die immer dasselbe fragen :“Max, wie heißt du?“ „Wohin gehst du?“ „Hey Joe, wie alt bist du“ (anschließend bekommt man noch gesagt, dass man viel jünger als 20 aussieht&hellip. Auch die haeufigen Komplimente mit „gwapo“ (huebsch) koennen es nicht gutmachen. Naja, diese Popularität ist wohl Fluch und Freude zugleich….

 

Letztens gab es bei den Schwestern mal Shrimps und durch den vielen Regen war es die letzten Tage mal etwas kuehler (aber man hat immer viel Schlamm auf allen Wegen)….So hat hier vieles seine zwei Seiten und ich sollte mich wohl trainieren mehr auf die guten Seiten des Alltags zu schauen…..

 

Ich hoffe euch geht’s allen gut und man hoert bald voneinander,

Euer Max

1 Kommentar 4.9.09 08:07, kommentieren

Müde war ich waehrend des ganzen Seminars von Freitag bis Sonntag und genauso bin ich zurueckgekehrt - ich war wohl erkältet. Das „Trainer’s training“ zur „elimination of corporal punishment and promotion of positive discipline“ hat auf dem riesigen Campus der Universität of San Carlos außerhalb von Cebu stattgefunden. Wie eine Jugendherberge im Urwald, von der aus man die Stadt einigermaßen gut überblicken kann. Zum Glück war es dort mal windig und damit kühl. Gelernt habe ich den „Sundance“ und ein paar andere Spiele, welche die (erwachsenen!) Teilnehmer als „energizer“ gemacht haben und ich habe das englische Kursbuch zum Seminar gelesen. Ansonsten konnte ich wenig mitnehmen, weil ausschließlich Cebuano gesprochen wurde. Interessant übrigens, dass alle Redner darauf bestehen Mikrofon zu benutzen, obwohl nur 24 Teilnehmer in einem Raum von Klassenzimmergröße das Publikum stellen…. Ich hab mir gedacht, dass euch evtl die Begegnungen mit den Leuten hier auf der Straße interessieren werden, deswegen habe ich sie schon hier und dort mal erwähnt… Standard ist, dass mich die Leute neugierig angucken und ich Sie grüße. Einige junge Frauen kichern wenn sie mich sehen und können ihr Augen nicht durchgehend von mir lassen. Neue Menschen, die ich hier kennen lerne sind aufgeschlossen, versuchen sich gut zu verkaufen und ihr Interesse an mir als Person kann anstandshalber bis aufrichtig ausgeprägt alle Ausmasse haben. Begegnungen mit Leuten, die offensichtlich Elend erleiden, kommen unterschiedlich haeufig und intensiv vor: Einfach nur arme Leute, entstellte Menschen, Kinder, die betteln oder die sich über den Müll, welchen ich im Auftrag der Schwestern entsorge, stürzen, junge Mütter, Geisteskranke, Weisenkinder, Prostituierte….ich glaube, ich habe fast schon alles gesehen. Bei den meisten der Leidenden bin ich froh, dass ich sie wirklich nur gesehen habe und ihr Schicksal nicht mit mehr als meinem Bewusstsein aufnehme…. Genauso sehr mag Euch die Beziehung zu den Schwestern interessieren: Sehr gut bislang, wenig Meinungsverschiedenheiten –diese kommen auch nicht als solche rüber, sondern als wiederholter Witz über etwas oder der wiederholte Ratschlag/Frage über meine Absichten. Leider sprechen sie untereinander fast ausschließlich Filipino (als nicht die Sprache, die ich lerne) und ich bekomme manche Sachen –wenige evtl auch absichtlich- nicht mit. Sie arbeiten viel, beten viel zusammen bzw. gehen in den Gottesdiesnt, stehen früh auf, gehen recht spät ins bett und halten mittags siesta. Viel Freizeit haben sie nicht- im Grunde schauen sie nur abends Fernsehen und sind sonst mit Haushaltsarbeiten und ihren persönlichen „apostolates“(Missionarische Aufgaben außerhalb der normalen Haushaltsarbeiten- z.B. Tätigkeit als Schuldirektorin) beschaeftigt. Hier gibt es außerdem auffällig viele Feiertage- so z.B. diese Woche mo-mi. Speziell die kirchlichen Feiertage fallen auf- für einen Protestanten lächerlich viele! Die Jubiläumsfeier der Schwestern am Dienstag ist gut verlaufen. Der Gottesdienst war auch gut und unser Auftritt als Chor auch. Nach dem Gottesdienst war power „posing“ für die unendlich vielen Fotos angesagt und hektisches Essen. Keine 30 Minuten nach dem Gottesdienst hatten alle Gäste schon das Buffet verlassen und nur noch die Angestellten(die Lehrer, Mitarbeiter des SPCC, Hausmeister und Küchenhilfe) waren da…. Ananas und Wassermelone sind massig übriggeblieben. Ich habe mich verpflichtet gefühlt zumindest am Abendessen zu versuchen die Reste zu eliminieren, aber es war einfach viel zu viel…naja mir ists auch nicht wirklich bekommen. Kleine Reflektion: „Herr Hauptmann, wenn ich mehr Geld hätte, ich wollt schon tugendhaft sein“ –o.ä. aus Woyzeck Viele Menschen hier heißen insgeheim Woyzeck. Ganz parallel zum Drama gibt es hier auch auffaellig viele Männer, die mitten in der Öffentlichkeit (aber wirklich, im Grunde direkt neben dem Geldautomaten oder der Ampel) sich entleeren…. Geht man weiter und verbindet ihre Determination mit dem philippinischen Wunsch/Handlungsschema nicht das Gesicht vor anderen zu verlieren, kann man wohl einiges verstehen- wie z.B. leere Versprechungen……

1 Kommentar 9.9.09 16:22, kommentieren

Was so in der letzten Woche(n) bei mir los war:

 

Seitdem ich nun beim SPCC, dem anderen Project der Schwestern, bin habe ich leider nicht mehr Zeit für mich und trotzdem musste ich mich oft langweilen. Im Grunde sind alle Kompetenzen im Büro vergeben und so muss ich warten, dass es eine Sache gibt, die ich übernehmen kann, oder, dass es wieder „area work“ gibt. „Area work“ heißt soviel wie Klienten besuchen, Dankes- oder Glückwunschkarten oder Einladungen verteilen, etc. Demnächst wird SPCC auch mit einer anderen Gemeinde kooperieren, d.h. mehr „areas“ und die Auswertung von Fragebögen, die ich auch übernehme, fällt nun weg.

 

 

Meine „freie Zeit“ versuche ich möglichst gut nach und vor Gebetsstunden auszunutzen, aber haeufig bin ich zu muede und kann nur noch meine Emails beantworten. Gebet bzw. Gottesdienst besuche ich nun nicht immer täglich und auch mit dem Essen löse ich mich etwas von den Schwestern, weil es einfach umständlich für mich ist und sich noch dazu bei den Schwestern die normalen Zeiten oft ändern- alleine beten und essen, kann ich dann auch bei mir!

 

 

Emails hab ich auch viel an die Freiwilligen im Norden und die Salvatorianergemeinschaft in Manila und in einer anderen Provinz im Norden geschrieben. Nach vielem hin-und her werde ich nun beim Meeting des SPCC zur Satzung nicht teilnehmen dürfen (!) und deswegen eben zwei Freiwillige aus Deutschland treffen, die ich von einem 2-tägigen Vorbereitungsseminar kenne. Mit Ihnen werde ich etwas herumreisen und sicher eine tolle Zeit verbringen. Da ich mein Ticket bereits gekauft hatte bevor wir alles vereinbart haben, werde ich außerdem die Zeit von gut einer Woche zwischen Hin- und Rückflug dazu nutzen mir Manila anzuschauen und evtl die Gemeinschaft der Patres zwei Stunden von Manila zu besuchen.

 

 

Mein Sprachkurs schleppt sich so gegen sein Ende hin. Viel kann ich noch nicht sagen. Vor allem Pronomen, Partikel und der Satzaufbau machen mir Probleme, Zeit zum Vokabel lernen habe ich keine. Trotzdem kann ich mich prinzipiell über all verständigen. Das Verstehen faellt mir unheimlich schwer, wenn sich mein Gegenüber nicht bemüht langsam zu reden.

 

 

Mitten in der Regenzeit, ist es nun sehr haeufig stark bewölkt und mit Regen muss man immer rechnen. Dann haut es elendig herunter und es ist für kurze Zeit kühl. Danach ist es aber genauso heiß wie davor und man fängt automatisch wieder das leichte Transpirieren an. Trockene Haut gibt’s hier nur an den Händen nach dem Kleiderwaschen aufgrund des Waschmittels J . Wäsche aufhängen ist Glückssache- nur ein Set Bettwäsche bedeutet hier, dass man an Regentagen abends die vom Regen nachgewaschene Bettwäsche wieder aufzieht.

 

 

Glücklicherweise konnte ich nun einen Philippino telefonisch erreichen, den ich in Deutschland auf oben genanntem Vorbereitungsseminar kennen gelernt habe, weil er in Deutschland arbeitet. Die Wochen davor habe ich vergeblich versucht ihn zu kontaktieren. Jetzt haben wir uns mal bei den Schwestern getroffen und trotz Altersunterschied verstehen wir uns super, unterhalten uns gut auf Englisch und werden sicher einige Sachen zusammen unternehmen bis er im Januar zurück nach Deutschland fliegt.

 

 

Letztes Wochenende war ich mit den Lehrern von der Schule hier am „Strand“. Die Philippinos verstehen darunter allerdings mehr zum Meer fahren und dort um überdachten Tischen herum Karaoke singen, feiern und essen. Ich habe mich abgeseilt und bin mal Tauchen gegangen. Unvorbereitet, bin ich auf ein Unterwasserparadies gestoßen, in dem ich hellblauschimmernde Fische, verschiedenfarbige Pflanzen, eine Miniwasserschlange und kleine Riffe gesehen habe. Im klaren Wasser bei Sonnenschein zu tauchen, das habe ich sofort als meine Lieblingsaktivität hier erklärt.

19.9.09 15:02, kommentieren

Buumm brrrhh brrr brrrrrrhhrr-----bum buum brr br brr brr

Nein, ich bin vll etwas einsam, aber nicht schizophren. So wie in der Überschrift hoert sich der Donner an, der dem weißen Zucken mit dunkel-violettem Hintergrund am Himmel unmittelbar flogt. Der Donner klingt wie ein starker Bass auf den Wellblechdächern der umliegenden Häuser und ist so laut, dass ich sein Echo im unteren Teil meines Apartments höre, weil die Zimmertür offensteht.

 

 

Diesem heftigen Gewitter bin ich am Freitag gerade nochmal mit halbdurchgeweichten Kleidern entkommen. Ich war unterwegs zum Badminton spielen bzw um mit der Lehrerin einer Highschool 20 Minuten von mir, die das Badminton-team sporadisch leitet, zu reden. Eventuell werde ich demnächst damit beginnen bei jedem Training zu helfen. Die 9 Spieler sind sehr unterschiedlich gut im Badminton. Aufgefallen ist mir, dass Philippinos in gewissermaßen den idealen Körperbau fürs Badminton haben- gerade groß genug, dass sie jeden Schlag der übers Netz kommt smashen koennen, flink genug um einen langen clear problemlos zu erlaufen und in dem schlechten Zustand in dem alle Bälle sind, spielt man auch kaum lange hohe Bälle über Sie, aber vor allem auch so klein, dass tiefe Bälle keine große Verrenkung erfordern.

 

Bahala na- come what may. So wird der Lebensstil der Philippinos manchmal beschrieben. Passt man sich der Einstellung an und wagt manches bzw überwindet sich ein bisschen dazu, dann ist man anscheinend immun gegen böse Überraschungen- so mein Hochgefühl gestern:

 Allein unterwegs und das passende Jeepney kommt auf dem Hinweg nicht, man betritt einen Schulhof und wird von ungelogen 100-200 Schülern angegafft, weil man weiß ist, und findet die gewünschte Lehrkraft nur wenn man dennoch eine Gruppe der Schüler anspricht. Auf dem  Heimweg wird der Regen immer stärker – bahala na: so ist es und daran kann ich nichts aendern, also nehme ich es hin und mach mir nicht weiter einen Kopf drum.

Bahala na im Straßenverkehr, in der Politik, bei der Gesundheit und vor allem bei der Umweltverschmutzung. Nein, bahala na ist nicht der Lebensstil der Verantwortungsbewussten.

 

 

Samstag wollte ich ursprünglich mit meiner Nachbarin und ihren Arbeitskollegen an Strand, dann wurde das leider abgesagt und für eine Alternative dazu- nämlich bei einer Müllsammelaktion Unterwasser mit einer Kollegin zusammen zu helfen- habe ich spontan keine Erlaubnis von der Oberin bekommen. So war Samstag ein außergewöhlich arbeitsreicher Tag- so wie ich mir eigtl die Werktage wünsche!

 

 

Morgen/Heute geht es zu einem Fiesta nach Danao -1Stunde von Cebu- zusammen mit dem neu kennengelernten Philippino, Teddy. Montag ist Feiertag –Ende des Ramadan- und außerdem werde ich mit den Schwestern einen Gesprächstermin über dies und das haben. Reibungslos laeuft eben doch nicht alles und es besteht eindeutig Klärungsbedarf, nachdem ich nun einen unangenehmen Spagat zwischen Freizeit und dem Tagesablauf der Gemeinschaft schlage.

 

Naechstes Wochenende (Fr-So) findet wieder dasselbe „Trainers Training“ / Seminar statt, von dem ich letztens schon berichtet hab. Nur ist es dieses Mal der kleine Rest der CRA-Truppe.

Bis bald

1 Kommentar 19.9.09 15:57, kommentieren

Hallo zusammen,

 

„Gsscht! Psst, very good quality“ So haben mir die Verkäufer zugezischt, als ich am Mittwoch alleine zwischen den Verkaufsständen in Cebu’s engen, dreckigen Straßen gelaufen bin. Mitten in der Stadt vor dem Sportladen, in dem ich mir meinen feschen gelben Badmintonschläger gekauft habe und der von außen eigentlich wie geschlossen aussieht, wurde ein ähnliches „Gsst“ an mich adressiert: Der grinsende Mann wollte mir allerdings Viagra verkaufen  J

 

Naja, an das Zischen habe ich mich inzwischen gewöhnt. Das machen alle Tricycadfahrer und alle Wasserverkäufer wenn sie an mir vorbeikommen und nerviger als das ständige „amerikano“ oder „hey joe“ ists auch nicht.

 

Beim Einkaufen ist mir dieses rege Verkaufsinteresse der Cebuanos aufgefallen, das es in deutschen Läden einfach nicht gibt. Hier ist es: „ dir gefaellt das? Ich hab noch sowas aehnliches, warte.“ Oder „ich kann das auch so herstellen oder das besorgen“…und schon sind sie geschaeftig dabei, aus deinem Zoegern ein Geschaeft zu machen…..

Verhandeln ist hier immer wichtig. Ich fuehle mich im Zwiespalt, weil man ja selbstverständlich lieber weniger bezahlt. Aber auf der anderen Seite, hat es ja auch einen Grund warum die Leute die Preise höher ansetzen –speziell fuer mich.

 

Das Seminar für die diversen, im sozialen Bereich engagierten Erwachsenen das am Wochenende stattgefunden hat, war für mich ungefähr genauso langweilig wie das erste Seminar. Ich verstehe eben nur wenige Sätze und schalte dann ab, wenn es gerade keine Aufgaben für mich gibt und das ist häufig der Fall. Dazu kommt, dass ich seit Donnerstag mit einem Infekt zu kämpfen habe- bin müde, hab oft Kopfschmerzen, seit heute starke Halsschmerzen und ab und zu auch ein bisschen Bauchweh.

Zumindest war auch das Wetter richtig schlecht während der letzten Tage, so dass ich mich trösten kann, dass ich wenig Alternativprogramme verpasst habe. In Cebu spüren wir mit häufigen und starken Regengüssen und heftigem Wind den Typhon, der zurzeit die Hauptstadt Manila und seine Umgebung im Norden verwüstet.

 

Am Donnerstag habe ich für meine Nachbarn Spaghetti mit Zitronensauce gekocht. Obwohl das mit den Zutaten – vor allem mit der Sahne- schwierig war, würde ich die Sauce als wirklich gelungen bezeichnen. Die Nachbarn hatten bereits davor schon gegessen und wollten dann nicht mehr als drei Happen essen. Außerdem wurde schnell jemand losgeschickt um Cola von der Straße zu kaufen….Den Schwestern habe ich einen Rest mitgebracht und das erzählt. Die meinten nur: Also schmecken tut es schon, aber Zitrone mögen wir Philippinos eigentlich nicht und Spaghetti essen wir eigentlich immer gesüßt und mit Fleisch (stimmt, das musste ich schon überrascht schmecken)…..

 

Seit Samstag gibt es in der Gemeinde ein spezielles Programm für das näherkommende Fiesta am Sonntag den 4.10. . Bei der Gelegenheit ist mir wieder einmal aufgefallen, wie gern die Leute hier für alles ein Fiesta oder einen Feiertag haben. Eigentlich kein großes Wunder dann, dass ich mich so unproduktiv fühle und häufig meine Arbeit- aber auch die Arbeitseinstellung der Lokalen-  kritisch betrachte.

 

Seitdem ich mich mehr bemühe ein paar kleine Sätze auf Cebuano im Vorübergehen an den Leuten auf der Straße zu verwenden, häufen sich die Klischee-Situationen eines Weißen in einem Entwicklungsland:

Ein großer Weißer umkreist von vielen Kindern, die vorlaut oder schüchtern sind, und hauptsächlich nur glotzen. Unterhalten können wir uns ja kaum – vor allem über was?- , aber trotzdem genieße ich diese Momente noch. Hoffentlich wird es mir nicht so bald lästig werden, denn in wenigen einzelnen Fällen bin ich auch schon die Begrüßungsrituale/phrasen (v.a. „he amerikano&ldquo mit Menschen, die ich beinahe täglich sehe, satt geworden.

 

Wegen den vielen Unwettern, die noch anhalten, ist das Internet hier seit Samstag gestört. Die Verbindung bricht alle 30 Sekunden wieder zusammen- Einloggen für die Emails schafft das Internet gar nicht….

Diesem inzwischen veralteten Eintrag (verfasst am Sonntag), wird bald ein aktuellerer folgen….

 

Bis hoffentlich bald,

Max

29.9.09 16:41, kommentieren