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Urduja und sinnlose Arbeiten an unserem Matschweg

„Wieso schaut die Lunge eines Schweines eigentlich wie die eines leichten Rauchers aus?“ Das hab ich mich letztens gefragt als ich die Schweinelunge gesehen hab, die es dann später zum Essen gab: Luftröhre entfernt, Lungenflügel klein geschnitten und mit Zwiebeln und Karotten und viel Öl gebraten. Hätte ich nicht bereits gewusst was es ich esse, wäre es wohl nicht als etwas Besonderes aufgefallen. „bijos“ schaut eben aus wie Leber und schmeckt wie normales Schweinefleisch.

Mitte November und der Weihnachtsbaum steht. Man sieht nicht nur in der Straße viele Frauen von kleinen Sari-Sari-Stores o.a. mit der Herstellung von Dekoration beschäftigt, sondern es zeigen inzwischen viele Häuser bereits das volle Programm an Weihnachtsdeko: Plastiksterne, Plastiktannenzapfen, Plastikchristbäume, Plastiktannenzweige, Plastikmistelzweige, Plastikweihnachtskränze und Lichterketten in den tollsten Farbkombinationen….bis auf die Lichterketten, ist der Konvent der Schwestern seit einer Woche ebenso geschmückt.

Ganz vorbei ist die Taifunsaison noch nicht: Letztes Wochenende, auf einem Ausflug mit unseren CRAs (Freiwillige Helfer für das SPCC) zu einem Strandresort hat sich das Tiefdruckgebiet „Urduja“  schon etwas angekündigt. Während ich schnorcheln war, wurde es immer dunkler. Dann stiegen die Wellen, Wind kam auf und es hat richtig heftig geschüttet. Ich hatte wohl Glück, dass die Wellen (Wellenlänge nicht größer als 2m) noch zurück zum Resort gerichtet waren. An diesem Tag hab ich mir übrigens einen mächtigen Sonnenbrand am Rücken geholt, obwohl es keinen Sonnenschein gab…

Richtig ausdauernd hat sich das Tiefdruckgebiet aber es am Dienstag gegeben. Es hat nachts schon angefangen zu regnen und nicht mehr aufgehört bis spät abends. Für Cebu wurde Strum/Taifun-warnstufe 1 ausgerufen, deswegen waren auch alle Schulen geschlossen. Im Konvent der Schwestern, steht ein Büro seit Neustem nach jedem Regen unter Wasser und während des langen Regens gestern, hat es sogar in Kaufhäusern von der Decke getropft.

Die Straße zum Konvent der Schwestern war und ist nur noch zentimeterhoher Matsch.

Alles was die Leute dort bislang ausgehoben und geebnet haben, ist jetzt endgültig für die Katz. Vorerst war eine Seite gesperrt und diese wurde ausgehoben – allerdings die ganze Länge der Straße. Inzwischen ist alles wieder soweit abgesackt (Tricycadfahrer fahren lieber auf dem geebneten Stück und reißen immer ein ganzes Stück Erde von der Kante zum ausgehobenen Teil ab)und mit Pfützen übersät, dass es keinen Unterschied zum Zustand von vor 3Wochen gibt…. Bei so unklugem Vorgehen sind die Bauarbeiter noch länger hier als ich.

Heute wurde ich während meiner Arbeit im Einsatzgebiet des SPCC zur Taufe eines Klienten eingeladen. Es handelt sich um ein Kind, das von den Eltern verlassen wurde. Auf die Einladung von Seiten der Großeltern folgt die Frage nach meinem kompletten Namen. Das Kind soll nun auch einen Teil von „Peter Maximilian“ als Namen tragen. Daraufhin werde ich gefragt, ob ich nicht Patenonkel sein möchte. Ist erst einmal erklärt warum das nicht geht, kommt die für die Großeltern des Kindes logische Frage:“ Und willst du nicht Unterstützer für das Kind sein? Du kannst doch trotzdem immer Geld aus Deutschland schicken und später wieder hierherkommen“………

Erwähnenswert zu meiner Arbeit in der Wohngegend unserer Klienten ist noch, dass wirklich nichts mit in der Hinsicht gebaut wurde, dass es auch Menschen gibt die größer als 1,6m sind. So stoße ich mir regelmäßig den Kopf, sobald ich nicht als auf meiner Augenhöhe genau im Blick behalte. Alle Filipinos in der Nähe amüsiert es wirklich wenn da ein weißer die ganze Zeit stark gebügt zwischen den enge Häusern sich seinen Weg sucht. Besonders schwer ist es für mich wenn ich dann auch noch mit Regenschirm unterwegs bin....

1 Kommentar 28.2.05 17:13, kommentieren