Wahltag, Urlaub, Abschied, meine letzte Woche

Dieser Tage finde ich kaum mehr die Zeit kurz etwas an Euch zu schreiben, denn ich war sechs Tage im Urlaub und nun hat meine letzte Woche begonnen. Es stehen noch einige Arbeiten fuer SPCC, organisatorische Dinge (exit-clearance, Sachen heimschicken) und der Abschied von meinen Freunden und den Leuten in der Gemeinde an.

Was war die letzen Wochen: Am 10.Mai haben Lokal- und Nationalwahlen stattgefunden. Ich habe als Freiwilliger zahlreiche „vorbereitende“ Meetings gehabt und am Wahltag bei der Zuteilung der „precinct numbers“ geholfen. Bei dieser Aufgabe gebe ich den Wählern eine Nummer, die ihnen sagt, in welches Zimmer sie zum Waehlen gehen koennen. Anfangs musste ich ca. 50% „wala“ (~ nicht da) sagen, gegen Ende hin konnten wir mit Ergänzungslisten, die bis dorthin gefehlt haben, ca 80% der Leute ihre Nummer geben. Was ist nun mit dem Rest? Haben Sie sich nicht registriert, haben mit uns die falsche Stelle angelaufen? Ich weiß es nicht, aber einen undemokratischen Eindruck hat es sicher gemacht. Dass wieder viele Stimmen gekauft wurden verwundert auch. Zum Glück gab es aber nicht so viele Probleme bzw Manipulation mit den Wahlcomputern, wie man anfangs befürchtet hat. Bürgerkriegsszenarien waren unzutreffend, aber bei verfeindeten lokalen Parteien gab es bei Auseinandersetzungen mehrere Tote.

Die Zeit um den Wahltag herum war ich das erste mal hier wirklich krank, mein Magen hat sich umgedreht und seitdem habe ich immer wieder einen Ausschlag, der unheimlich juckt- keine Ahnung gegen was ich allergisch bin. Sarah, die andere Freiwillige, die bei mir gelebt hat, hat nun eine neue Stelle. Mit ihr und anderen Freiwilligen habe ich in letzter Zeit einiges unternommen- es ist shcade, dass ich erst jetzt ein Netzwerk von Freiwilligen aufbauen konnte….

 

Urlaub auf Negros und Bohol: Mit Kathi, einer Freiwilligen, und ihren Eltern war ich gemeinsam im Urlaub.

Auf Negros habe ich einen traumhaften Wasserfall gesehen (ein quasi symmetrisches Becken, 40 Meter hoch) und war im Twin Lakes Nationalpark. Bei letzterem habe ich eine Schlange und Schmetterlinge, richtigen Urwald und natürlich traumhafte Seen gesehen, das bekannte Stachelschwein wollte sich aber nicht zeigen. Beim Tauch auf Apo Island (international bekannt) befürchtete ich zuerst keine Wasserschildkroete zu sehen. Beim dritten Tauchgang fanden wir eine90cm Große in einer Hoehle. Sie ist dann über meine Schulter herausgeschwommen. Die Korallen dort sind traumhaft. Bei einem Drift-dive an einer Wand bin ich bis auf 30Meter hinunter- das erlaubt mein Schein eigentlich nicht, aber ohne Computer habe ich kaum Überblick über die Tiefe und mein Körper verträgt den Druck gut. Beim Schnorcheln am Strand habe ich auch nochmal tolle Corallen und eine Schildkröte gesehen. Dann waren wir auch noch in einem sehr luxuriösem Resort untergebracht und trotz meinem damit verbundenem schlechten Gewissen, war damit schon sehr viel Erholung und Naturkontemplation erreicht.

Auf Bohol waren wir auf Panglao untergebracht. Dort ist gut die Helfte der Leute weiß- teils ansäßig, der Rest Touristen. Entsprechend touristisch ist es dort auch (Preise, Dichte der Restaurants und Dive Shops). An erstem Tag war ich Tauchen (auf Balicasag Island; Schildkröten, einen Bracudaschwarm und viele Zierfische gesehen) und Schnorcheln wohl 6-7 Stunden mit dem Kopf unter Wasser. Am 2. und gleichzeitig meinem Abreisetag (ich bin wg. Budget und Zeitmangel in Cebu früher abgereist) war ich nochmal schnorcheln. Dann habe ich mir einen Motorradfahrer angeheuert und runtergehandelt. Er hat mich zu den Chocolate Hills und dann in die Provinzhauptstadt gefahren. Ich saß 5,5 Stunden mit Reiserucksack aufm Motorrad, habe dabei viel mehr von der Landschaft gesehen als alle Touristen, die mit Bussen von Sight zu Sight gekarrt werden, konnte den Fahrer überzeugen, dass wir „offroad“ durch die Chocolate Hills fahren und habe so alles bekommen was man sich wünschen kann (…chmm nur keinen Helm).

 

Was liegt die nächste Zeit an:

Ich werde nun noch dein einen oder anderen Aschied in Cebu haben. Am 29.Mai fliege ich dann nach Manila, treffe ein paar Freunde und höre Bo Sanchez, einen weltbekannten Prediger an. Dann geht’s nach Tagaytay um dort die Salvatorianischen Padres zu besuchen. Von dort aus fliege ich am 4.Juni nach Ho Chi Minh City. Dort werde ich alleine die alte Hauptstadt, Hoi An und Nha Trang besichtigen. Zusammen mit einem Scalabrini Pater oder seinen Schülern werde ich auch HCMC selbst und die Gegend drumherum (Can Tho und die floating markets im Mekong Delta, Cuchi Tunnel, etc.) bereisen. Danach?

Gebucht ist ein Flug nach Bangkok am 16.Juni. Doch wie wird es in Thailand wohl in einem Monat aussehen? Mein Plan ist, Bangkok zu meiden und in den Nordosten und Norden zu reisen. Diese Gegenden sind aber die Gebiete in denen die meisten Rothemden leben- also ebenfalls Ausgangssperren, Ausnahmezustand, etc. Weiterhin wollte ich über den Mekong nach Laos und dort für gut eine Woche bleiben. In wie fern ich meine ursprünglichen –auf den Tag genauen- Pläne umsetzen kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Ausschlaggebend für mich sind die Lage in Nordthailand sowie Kontakte und Kosten für andere Reiseziele in Südostasien (z.B.: Indonesien mit Bali). Wer praktische Infos hat, schreibt mir!

 

Wie/was fühle ich (mich) nun?

Ausser dem Ausschalg geht es mir gut. Ich genieße viele Gespräche mit den Leuten hier. Eine Frage, die fast immer kommt ist: „und wann kommst du wieder?“ Diese Frage beanworte ich immer mit „dughay gjud“ (sicher lange). Die meisten sind wirklich überrascht, dass ich noch keine konkreten Pläne habe bald wieder hier zu sein. Das zeigt mir auch wie sehr sie mich eben schon akzeptiert haben. Die Menschen, die ich meine, sind nicht mehr nur „hey joe, where are u going?“-mäßig drauf, sonder sie grüßen nur alltäglich. Bislang dachte ich immer „denen bin ich gleichgültig“, jetzt spüre ich, dass ich schlicht weg akzeptiert/Alltag bin.

Beim SPCC erwarten mich noch einigeComputer/ Videoarbeiten. Mit den Mitarbeitern ist der Kontakt nun wirklich gut. Sie erzählen mir endlich auch das meiste, was sie bislang nur hinter meinem Rücken miteinander auf Visayan ausgetauscht haben bzw. ich kann an den Visayan Gesprächen teilhaben. Wenn ich an die Büroarbeit denke, dann fühle ich „Ja, ich habe meinenDienst getan, ich kann gehen“. Bin ich unter ärmeren Leuten, denke an unsere Klienten, dann spüre ich: „Diesen Leuten könnte man so gut helfen. Warum kann ich nicht mehr für sie machen? Ich will mehr Zeit mit Ihnen verbringen…“

Ich muss nun sagen, dass ich ehrlich viel von den Philippinen gesehen habe. Es fehlt Palawan, ansonsten war ich in jeder Region. Auf Cebu und den umliegenden Inseln habe ich das meiste gesehen, aber ich war bereits in nordluzon und im süden auf Mindanao. So viel sind nicht alle Schwestern herumgekommen, normale Philippinos erst recht nicht. Nach den Reisen, Schwierigkeiten, die ich hier -teils auch mit mir selbst- hatte, und den vielen Begegnungen, fühle ich mich kaum bereit wieder nach Deutschland in den mehr oder weniger gesicherten, alten Sattel umzusteigen. Der Drang in die Welt ist groß. Diese Stimmung schließt aber nicht das Heimweh nach Familie, guten Freunden und Bekannten aus. Ich freue mich auf Euch!

Wann bin ich wieder da? Anfang bis Mitte Juli.

1 Kommentar 21.5.10 16:03, kommentieren

letzer Monat

„walo ka buwan na“(schon acht monate), „hapidna noebe ka buwan“(beinahe neun monate)….nun kann ich den fragenden Leuten schon sagen, zehnter und letzter Monat. Mein Cebuano ist nun wirklich voll ausreichend, ich kenne mich sehr gut in der Gegend aus, doch nun ist mein zeit in Cebu City beinahe schon wieder vorbei.

Sarah, eine andere dt. Freiwillige, die ich im letzten Blogeintrag schon erwähnte, ist immer noch bei mir. Heute wurde ihre Aufnahme bei den Don Boscos in der Nähe von Cebu City bestätigt.

In den letzten Wochen habe ich viel an meiner Reise nach Vietnam, Laos und Thailand geplant. Letzteres ist durch die prekäre Lage in Bangkok immer noch ein bisschen Wackelkandidat, aber ich habe Kontakte dort und große Lust hinzureisen. Mein Flug nach Ho Chi Minh City ist am 4.6..

Gestern hatte ich ein aussöhnendes Gespräch mit meiner voregesetzten Schwester beim SPCC, die zwei Wochen nicht mit mir geredet hatte. Es gab Ärger zwischen uns, weil Sie mir nach langer Vereinbarung den freien Tag an meinem Geburtstag –ich hatte folglich ein paar verabredungnen- abgesagt hatte und ich in der Woche darauf meinen freien Tag gewechselt habe um die Dancing Prison Inmates zu sehen. In diesen 2 Wochen habe ich sehr viel selbstständig arbeiten können. Außer dass sie mich und mein Engagement außerhalb der Arbeitszeiten ignoriert hat, war es also nicht so schlimm.

Die Dancing Inmates sind weltbekannt- v.a. über Youtube (http://www.youtube.com/watch?v=mKtdTJP_GUI  ). Die Performance war echt sehr eindrucksvoll, die geringen Sicherheitsvorkehrungen haben mich (positiv) überrascht.

Ich werde bei der Wahl nächsten Monat als Freiwilliger mithelfen. Den ganzen letzten Monat laufen hier schon immer die gecoverten Kampagnensongs um 5.00 morgens und fast alle Häusere bzw. Wänder sind mit Plakaten versehen. Ich werde nochmal extra berichten, aber ich kann schonmal sagen, dass hier Wahlgeheimnis und Auswahl nach Inhalten eine ganze andere Stellung haben. Wahl nach Popularität und Bezahlung für die Stimme sind relativ gängig.

Leider sind letzte Woche die Novizen der Scalabrinis abgereist. Ich war noch bei ihrer Profession und habe versucht möglichst viel Kontakt mit Ihnen davor zu haben. Nach der Professionsfeier haben die Indonesier und Vietnamesen jeweils eine kulturelle Darbietung/ Tanz gegeben. Anschließend haben wir noch mit Ihnen zusammen getanzt. Das war ganz schön intensiv, hat spaß gemacht und war halt interkulturell (Leute aus Lateinamerika, versch. Asiat. Und europ. Ländern und sogar die Musik vom Ententanz J ).

Ich genieße den Kontakt mit den Leuten hier nun viel mehr. Ich habe mehr Freiraum mich auf Sie einzulassen, esse viel bei Verkäufern an der Straße- nicht alles ist immer so sauber, aber es ist wirklcih preiswert und lecker, plus man hat etwas Kontakt mit den Leuten.

Heute morgen hatte es vor 8.00am schon 34°. Das Wetter macht einem teilweise schon zu schaffen.

Wer nochmal mit mir skypen will, bevor ich losreise, der soll mir einfach ne mail schreiben und mir einen termin nennen.

Freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Euch in ca. 2- 2,5 Monaten!

1 Kommentar 4.5.10 12:52, kommentieren

Geburtstag, Malapascua und phil. Ostern

Philippinische Ostern und Malapascua-Urlaub

Auf den Philippinen fällt Ostern bereits in die Sommerferien, Gründonnerstag bis Ostersonntag sind Feiertage. Es önnen also alle Familien zuhause zusammen. Die Tage sind gefüllt mit Prozessionen und Gottesdiensten- u.a. wöchentlich in der Fastenzeit zu den 14 Stationen des Kreuzwegs. Bei den Prozessionen werden immer Marienfiguren, Jesus oder Joseph durch die Straßen getragen, zwölf Männer verkleiden sich als Jünger und über Lautsprecher  bekommt jeder in der Nachbarschaft den eintönigen Gesang der Vorsingerin zu hören. Gründonnerstag findet abends eine „lange“ Walfahrt zu anderen Gemeinden statt, Karfreitag eine relativ triste Prozession am Spätnachmittag und außerdem wird kein reis sondern nur „begnetnit“ (ein köstlicher eintopf aus banane, süßkartoffel, gabi und kokosmilch)gegessen. Ostersonntag beginnt der Gottesdienst um 4.00 mit einer Prozession in der sich Jesus und Maria treffen, die schwarzen Schleier fallen und nachdem Gottesdienst sind v.a. die Kinder glücklich wenn sie Ostereier bekommen/ suchen (gefärbte hartgekochte Eier). Insgesamt wird Ostern also viel bildlicher, passionsreicher gefeiert und v.a. in Cebu, der asiatischen Hochburg des Katholizismus, gibt es noch viele Traditionen.

Ich habe an einigen der Traditionen teilgenommen, die restliche Zeit war ich alleine vorm PC, denn seit 1.April bin ich nun Selbstversorger. Die Schwestern haben mal heraushören lassen, dass zukünftige Freiwillige nicht mehr den Tag bei ihnen im Konvent verbringen sollen und mein Angebot, dass ich Ihnen zuliebe diese Änderung übernehmen könnte wurde erst ausgeschlagen, dann spontan doch angenommen und als Gefallen mir gegenüber präsentiert. Ich sehe darin wirklich deutlich mehr Freiheit und die große Chance das zu essen worauf ich Lust habe. So gibt’s dann mehr der leckeren Früchte und auch andere phil. Leibspeisen werden öfters besorgt Außerdem beginnt mein tag nicht mehr mit einem frühen gebet und nach der arbeit habe ich dann um ca. 17.00 bereits Zeit für meine eigenen Dinge.

Mitte letzter Woche ist nun eine andere Freiwillige(sarah) bei mir, die derzeit ohne Stelle ist, da sie wechseln muss, aber aus Dtl keine neue Stelle zugeteilt bekommen hat. Nun kümmern wir uns hier in Cebu drum. Sarah und ich haben ein verlängertes Wochenende (Freitag Feiertag) auf Malapascua Island (6 anstrengende Stunden nördlich) verbracht: das Paradis!

Die Insel ist fürs Tauchen und den Strand mit beinahe weißem Sand (und Korallenresten) bekannt, dort tummeln sich viele Touristen (v.a. gut beleibte Deutsche oder Backpacker). Beim Tauchen bin ich zweimal bis auf 1,5 Meter an ruhende „White tip sharks“ herangekommen. Außerdem habe ich schwarze Seepferdchen, einige Wasserschlangen, viele Korallen, Miniseepferdchen und –Shrimps (knapp 1cm) und vieles anderes gesehen. Auch das Schnorcheln einige hundert Meter vom Hauptstrand war sehr schön. 100Meter um dich herum nur große Hartkorallen in versch. Farben und Formationen.

Zum Tresher Shark oder Manta Ray bin ich nicht gegangen (bei der Sichtungswahrscheinlichkeit doch zu teuer), aber zufällig habe ich diese Woche bei der Abschiedsfeier eines Fraters Manta Ray gegessen! Boah, unbewusst war der schon lecker, wenn ich erst zurückdenke mit dem jetzigen Wissen, dass es Manta Ray ist, dann hatte er noch himmlischer geschmeckt

Jetzt da meine zwei befreundeten Frater wieder zum Studieren zurück in die Gegend von Manila sind, siehts mit Sport und Freizeitaktivitäten etwas schlechter aus. Gleichzeitig ist aber noch eine Freiwillige, die vor dem Wechsel ihrer Einsatzstelle steht, bei mir und ich habe in den letzten 2 Monaten noch einige andere Freiwillige kennengelernt. Damit müssen nur noch die Kalendar übereinstimmen- das ist allerdings schwierig.

 

Meinen Geburtstag wollte ich auf jeden Fall klein halten und viel mehr an diesem Tag den Leuten hier eine Freude machen. Mein Geburtstag ist trotzdem rausgekommen und es haben mir viele gratuliert. Die Schwestern hatten mich schon länger zum Abendessen eingeladen. Aus zeitl. Gründen konnte ich doch nicht mehr wie spontan geplant, mit den anderen Freiwilligen abends was Kleines trinken gehen. Das kommt eventuell am Samstag.

Samstag haben wir von der Arbeit aus ein recht großes Event. Zu unserer Aktion haben sich bereits 250 Kinder im voraus angemeldet, 50 Helfer und weitere Gäste kommen noch dazu. Die angedachte Geburtstagsfreude für die Menschen in der Gemeinde anlässlich meines Geburtstags wird dann wohl Eis für alle werden…..

 

So ein langer Eintrag, ich hoffe Euch geht’s gut, vielen Dank an alle, die mir gratuliert haben, ich habe mich sehr gefreut! Bis bald

1 Kommentar 15.4.10 18:10, kommentieren

Wochenende auf Bantayan und Bureau of Immigration

Dieses Wochenende konnte ich mich glücklicherweise zwei gut befreundeten Seminaristen der Steyler auf ihren Besuch nach Bantayan anschließen. Samstag sind wir nach 6 Stunden Bus und Fähre und nach dem Einkaufen erst spät bei der Freundin von Ihnen angekommen und haben dann ein Projekt der Steyler besucht. Dort waren gerade Feierlichkeiten am laufen und wir wurden gleich wieder zum Snack gebeten. Natürlich weiß ich, dass diese Gastfreundlichkeit Kultur der Filipinos ist. Was uns bei der Rückkehr zum Hause der Freundin erwartete war jedoch nochmal eine Überraschung für mich: Eine Wanne voller Krabben, eine weitere voll mit Muscheln, Früchte und weiteres….Ich habe davor erst einmal im Leben ein kleines bisschen Krabbe gegessen ,aber das sollte sich mit diesem Wochenende komplett geändert haben. Sobald eine mit den Fingern ausgekratzt und alle Panzer zerdrückt waren, wurden immer die dicken nue angereicht-  ich fand es auch besonders schmackhaft. Zwischendurch wurden mir stolz die gegrillten Muscheln gereicht und ein Drink angeboten (keine starke Mischung).

Danach ging es während dem Sonnenuntergang mit ihrem kl Bot raus aufs Meer zu einer treibenden Bambushütte.Wenig nach Ankunft war es dann auch schon dunkel, aber auch an Land war es das, denn Stromsparstunde hatte begonnen. Also haben wir die Zeit mit Kerzenschein in der Bambushütte verbracht. Auf der Rückfahrt brauchten wir keinerlei Lichter, denn es war Vollmond. Die ganze Athmosphäre war ruhig und romantisch….An Land haben wir Karten gespielt und etwas getrunken.

Die äußerst kurze Nacht wurde von !25! Hähnen sehr unerholsam gemacht. Nach dem Frühstück sind wir in ein Resport gefahren, dessen pompöse Einfahrt an die Einfahrt eines amerikanischen Edelhotels erinnerte. Die ganze Anlage war traumhaft (auch teuer), das Schnorchelngehen war  -bis auf die Sichtung eines Lionfisches- unspektakulär (die Fischer haben bis vor kurzem Dynamit zum Fischen verwendet).

 

In Gelassenheit bin ich zum Bureau of Immigration und habe meine Verlängerung beantragt, auf böse Überraschungen habe ich mich vorsichtshalber eingestellt. Das war auch nicht falsch: Der ganze Raum war gefüllt mit Weißen, die alle missgelaunt aussahen oder an einem Schalter standen und wütend mit den phil. Angestellten diskutierten. Als ich meine Rechnung bekam, habe ich verstanden warum. Jeder Tourist muss nun nach zwei Monaten Aufenthalt ein ACR-I-Card beantragen/ bezahlen und hat damit beinahe den Stand eines Staatsbürgers (man kann z.B. Land kaufen). Weiterhin verlangt das Bureau of Immigration nun immer 1500Php statt 100Php für „Express processing“- man hat gar nicht die Wahl ob man Express haben möchte oder nicht, es wird automatisch aufgelistet. Es ist überraschend, dass diese Änderungen in Kraft treten, obwohl erst das letzte Mal vor zwei Monaten die Verlängerungsgebühren durch ein Residence Certificate (ich musste allerdings nie meine Residence angeben) gestiegen sind.

Ich verstehe die pil. Angestellten dort gut, wenn sie den Ausländern auch ruhig was zu muten und nur kurze, teilweise unfreundliche antworten geben. Was hätte ich wohl für ein bild von chinesen, wenn ich im Arbeitsalltag nur mitbekomme, wie sie um jeden Euro feilschen wollen und aggressiv sind?Interessant wer ruhig bleiben konnte: ein paar Filipinas, die ihre Partner begleitet haben, ein Afrikaner und wenige junge Leute wie ich.

Auf der Hinfahrt zum Bureau of Immigration begehe ich eine Straftat und werde sogleich zur Rechenschaft gezogen: Ich steige an der falschen Stelle in den Jeepney ein. Das ist mir durchaus bewusst. 50Php (~90cent)Strafe und die Aufmerksamkeit aller Leute um mich herum….und gut ist. Wer der koruppten Stadt die Strafe zahlt, muss mit keiner klage rechnen und darf das Vergehen wiederholen.

Auf der Heimfahrt im Jeepney fängt das metallene Klappern von Handschellen meine Aufmerksamkeit. Da sind doch wirklich 2 Schwerstkriminelle, die Mitglieder der weltberühmten „Prison Inmates“ aus Cebus Gefängnis sind, in den Jeep eingestiegen. Die Gefangenen benutzen also die öffentlichen Verkehrsmittel und werden lediglich von einer Sicherheitsperson bewacht….Als ob diese Leute nicht mit die Gefährlichsten für die Öffentlichkeit sind und als ob die Fluchmöglichkeiten dabei gering wären!

1 Kommentar 30.3.10 16:45, kommentieren

El Nino und die letzten wochen

Letztens hatte ich unerwartet das Glück Inselhopping machen zu können. Man mietet sich ein Boot für einen Tag, kauft viel zu essen und lässt sich zu zwei-drei inselchen vor cebu fahren. Dabei habe ich mir nicht nur wieder mal einen perversen sonnenbrand geholt (eingecremt hatte ich mich, nur war ich auch zweimal schnorcheln und bin nicht an alle stellen am rücken gekommen, heute nach gut einer Woche schält sich dort), sondern konnte auch mal schnorcheln und habe dabei tolle fische gesehen. Die Vielfalt überrascht mich immer wieder aufs Neue (hatte noch nie einen 30cm langen, hellblauen fisch mit lila streifen und grünen strichen gesehen). An der Stelle hätte man wohl auch super tauchen können….hoffe ich kriege ncoh die eine oder andere chance zum tauchen hier auf den philippinen.

 

El Nino lässt die Menschen schwitzen und die Flüsse austrocknen. Lange war es nicht mehr unter 29° und so sind die Sümpfe hier zu Wiesen geworden. Abends versammeln sich auf einer viele Jugendliche und jüngere Männer. Sie haben Volleyballnetze aufgestellt und spielen das phil. Volleyball (Bälle viel kleiner, der Ball wird viel geboxt und geschlagen) und machen eine art breakdance. Unglaublich wie sie aus dem stand einen rückwärtssalto machen oder mal eben so mit etwas anlauf 6 räder rückwärtsschlagen und dann mit einem salto abschließen….

 

Letzens bin ich Till Schweiger mit Bart und Vokuhila begegnet. Er hat mich auf einer sehr belebten Straße downtown einfach so angesprochen, weil ich Weißer bin und er auch Deutscher. Kultur/Nationalität verbindet, obwohl er eigtl eine untersch. kulturelle Wurzeln hat: Ein eingewanderter türkischer Muslime, der mit Ach und Krach seine Hauptschulausbildung gemacht hat. Doch kulturelle Wurzeln und Symphathie füreinander sowie gleiche Ansichten, haben nur geringe Interdependenz. Wir sind in ein gutes Gespräch gekommen, haben uns schließlich zusammen wo hingesetzt und er hat mir viel von seinen internationalen geschäften(türkei, deutschland, sudan, philippinen), seinen Erfahrungen hier (u.a. „manche leute sind hier teilweise echt blöde…das macht die hitze. Deren  hirn ist schon ganz weich“  oder „bin hier ja schon 2 Monate und auch wirklich geil wie „Pumakacke“, aber für die alten perversen Säcke, die hier ne junge Prostituierte holen hab ich kein Verständnis“-haha, nur lustig wie er es gesagt hat. Ansonsten hat eher ein gutes Gefühl für die phil. Kultur) , seiner Vergangenheit (er hat mehreren Tausend Leuten aus Serbien und Kosovo während dem Krieg geholfen über versch. Grenzen nach Berlin zu kommen und musste dafür 6 Jahre in Dresden einsitzen) und von seinem Verständnis von Moral und Gutmenschlichkeit (beides mit Verweis auf Islam) erzählt. Eine unerwartete Begegnung, die sehr erfahrungsreich war.

 

Heute während meinen umfragen hat ein Baby das Schreien angefangen als es mich sah. Es war eingeschüchtert und dachte anscheinend ich bin ein Doktor. Dabei ist mir nur in den Kopf gekommen wie ich als ganz kleines Kind auch mal Angst vor farbigen Menschen hatte. Somit hatte ich dann Verständnis für das Baby und fühlte mich nicht nur unterhaltungsvoll vor den Kopf gestoßen. Aber wieso haben wir im jungen Alter so sehr Angst vor den viel größeren, andersfarbigen Erwachsenen? Wahrscheinlich, weil man das vollkommeb Unbekannte, das auf einmal in den vertrauten Lebensraum und die Beziehung mit der Mutter, die dem Kind sonst komplett gehört, eindringt und eine Gefahr darstellt…

Ein kleines Update zu meinen Reiseplänen: Ich werde wahrscheinlich nach ca. 12 Tagen Vietnam (hochi minh city, can tho, hue und hoi an) nach Bangkok fliegen und von dort aus eine Reise durch Laos (ca. 7 Tage; erst Vientiane, dann Luang Prabang und von dort auf dem Mekong nach Huay Xai) machen. In Thailand will ich noch nach Chiang Mai (wahrscheinl. von Huay Xai aus), Pattaya und Ayatthuya. Wer Tipps hat –v.a. noch praktische Tipps zum Transport in Laos- kann diese jederzeit gerne loswerden!

Hoffe Euch geht’s allen gut!

1 Kommentar 23.3.10 15:35, kommentieren

Zwischenseminar in Davao City- Durian City- ,Tauchen und Rückkehr nach Cebu

Schon am Tag meiner Ankunft in Davao habe ich gleich riechen und schmecken können, warum die Stadt auch Durian City genannt wird. Über den Geschmack und Gestank dieser Frucht (käsig, faulig, süßlich; Durian City darf man in Singapur nicht mit in öffentliche Verkehrsmittel nehmen; ich hatte auch viel Ärger mit meinem Handgepäck- ich konnte aber nochmal durch den finalen Sicherheitscheck und jmd in der Wartehalle überzeugen meine Durian mit seinem Gepäck einzuchecken) streiten sich die Geister, die meisten anderen Freiwilligen können ihn nicht leiden.

 

Nach einer Fototour alleine auf dem Markt war ich dann noch am ersten Tag auf der Philippine Eagle Farm, auf der 25 der letzten Hundert Exemplare dieser aussterbenden Spezies in Käfigen leben.

 

Das Seminar hat viel Raum gelassen die Stellen, Probleme und Persönlichkeiten der Freiwilligen kennen zu lernen. Die jungen, lustigen und sehr kompetenten Organisatoren/Mentoren haben uns auch einen Einblick in die Psychologie der einzelnen Typen nach Rhiemann-Thomann gegeben. Das war sehr spannend und hat auch bei der kollegialen Beratung einzelner Freiwilligen mit ihren Problemen geholfen.

 

Die letzte Einheit hat sich um Zukunftsperspektiven hier und nach der Rückkehr gedreht. Mich hat das zu viel kritischem Nachdenken angeregt und ich habe auch festgestellt, dass ich noch mehr Zeit mit den Filipinos hier verbringen und bei allen etwas Persönliches hinterlassen möchte. Das steht wiederum teilweise im Konflikt mit meinem Wunsch längere Freizeiz für Sport zu nutzen. Abends um 19.30 wenn ich standardmäßig heimkomme, bietet sich kaum eine Möglichkeit wirklich mit Leuten in Kontakt zu kommen. Außerdem habe ich allerhand am Pc zu tun.

 

Mir ist zudem klar geworden, wie wenig ich weiß, was ich wirklich studieren WILL und welcher Studiengang nicht einfach viele nette Facetten hat.

 

 

Die 6 anderen Freiwillige kannte ich schon von einem Vorbereitungsseminar, sie sind alle nett und das Wiedersehen hat gut getan. Es gab viel gutes –auch westliches- Essen. Die Organisatoren haben mir erzählt wie vergleichsweise billig man hier einen Tauchschein machen kann. Das habe ich direkt nach Ende des Seminars gemacht und auch nicht bereut:

 

Der Schein ist in Davao wirklich billiger gewesen als überall sonst auf den Philippinen oder in Thailand. Ich war von Montag bis Freitag damit beschäftigt mich auf die Theorieprüfung vorzubereiten. Parallell hab ich 6 Tauchgänge (2 im Pool,4 im Meer) gehabt. Diese haben so viel Spaß gemacht und ihr glaub gar nicht, was man da alles so problemlos sieht. Handflächengroße Nemofische schwimmen Dir beinahe gegen die Taucherbrille, ich habe einen Schwarm von ca 5000 zeigefingergroßen Fischen , einige Lionfish, eine blau-weiße Moräne und vieles mehr gesehen- nur der blue stingray ist leider nicht rausgekommen (Bilder!).

 

Wenn man erstmal bei 10Metern ist, dann spürt man wirklich, dass sich das Lungenvolumen bereits halbiert hat. Es ist wirklich unreal, wenn man von 15Metern Tiefe aus nach oben schaut und nur noch schwach die gebrochenen Sonnenstrahlen sieht. Leider ist das Tauchen wie das Skifahren:Nicht überall möglich und gleich schön,jeder einezlne Tauchgang und die Ausrüstung/Kleidung ist teuer und braucht etwas länger um angelegt zu werden und man braucht einen Partner. Ansonsten würde ich wirklich zusehen, dass ich jedes Wochenende Tauchengehen kann.

 

 

Hier in Cebu ist alles beim Alten, Vieles lässt sich nicht einplanen. Der Sommer hat hier mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit schon spürbar begonnen.

 

 

Bei einem kurzen Besuch gestern von ca. 25 Steyler-Laien aus Deutschland (alle im Rentneralter)in unsere Gemeinde, haben mich einige Kommentare des Pfarrers in seiner Begrüßungsrede wirklich nochmal getroffen: Er sagte, dass man mit vielen Erwachsenen aufgrund von Drogen nicht zuverlässig arbeiten kann, hat das unreflektierte Folgen der Anweisungen des Priesters kritisiert und über die Auseinandersetzungen der Brüderschaften gesprochen. Das lokale Landgewinnungsprojekt in Verbindung mit dem Klimawandel und den starken Gezeiten im Juni und Juli hat angeblich zur Folge, dass das Wasser in vielen Häusern einen halben Meter steht, obwohl man von dort aus, das Meer weder sieht noch hört. Wie soll das dann erst in Zukunft werden?

 

2 Kommentare 3.3.10 14:55, kommentieren

Junges Blut (und Diebstahl?) im Konvent der Schwestern

Seit letzter Woche ist nun der Altersdurchschnitt der Schwestern, der bislang bei ca. 52 lag, gesunken. Eine frisch ordinierte Schwester ist nun gesandt worden, die auch im SPCC mithelfen wird. Viel Kontakt habe ich mit ihr allerdings noch nicht gehabt und deutlich lockerer wird es deswegen in der Gemeinschaft wohl auch nicht…

 

 

Mir geht’s gut, morgen ist mein letzter Tag in der Schule. Dann bin ich eine Woche in Davao auf Zwischenseminar. Das Programm bietet auch Freizeit in der schönen Gegend und klingt interessant.

 

Es ist am Freitag ein Artikel über meinen Einsatz in der MainPost erschienen (Wü Regional Teil), ich habe ihn auf Flickr hochgeladen. Der Journalist hat aus meinen Aussagen eigtl gut ausgewählt. Das eingebaute Zitat „Die Kinder stehen immer im Mittelpunkt“ hat ja leider nicht immer meine Arbeit beschrieben (z.B. wegen Bastelarbeit oder während der 1,5 Stunden Unterricht in denen ich mit den Kindern sehr wenig kommuniziere).

 

Die letzten 2 Wochen hat das Zitat aber zugetroffen. Und auch die Überschrift „Zuneigung macht glücklich“ beschreibt die letzte Zeit mit den Kindern gut. An Umarmungen und Nachfrage nach „Kuya Max“ während der Spiel- und Schlafzeit hat es nicht gemangelt. Ich habe auch Fotos gemacht (ein teil davon auf Flickr!) und werde jedem Kind eines zum Abschied schenken, sowie ein kleines Bastmäppchen mit 2 Stiften und Radiergummi.

 

 

Letztens habe ich übrigens mit der Nummer 1 der Philippinen im Tennis für die Altersklasse 16-18 ein Doppel gespielt. Ich möchte im nicht im Einzel gegenüberstehen wenn er ernst macht.

 

 

Im Mai gibt es Präsidentschaftswahlen. Im Zusammenhang mit Wahlmanipulationen finden jetzt immer wieder „brown-outs“ (anders als beim „black-out“ kommt der Strom nach ca einer Stunde wieder) statt- quasi täglich. Das nervt und es ist unglaublich, dass die Leute wirklich denken, dass es nicht auffällt, wenn die Wahlcomputer kurzzeitig keinen Strom hatten und dass man die Bevölkerung mit den Brown-outs so daran gewöhnen kann, dass sich keiner etwas am Wahltag dabei denkt, weil es ja Alltag ist. Und nach dem 9.Mai, sind Stromausfälle dann nicht mehr Alltag oder was???!ie Überschrift "at das Zitat aber zugetroffenerricht in denen ich mit den Kindern sehr wenig kommuniziere).

 

aft wohl auch

 

 

Zum unerfreulichen Alltag wird hoffentlich nicht, dass mir Sachen gestohlen werden. Neben Handy sind schon ein USB-Stick und kürzlich mein Mp3-Player abhanden gekommen. Der MP3Player war nur im Konvent der Schwestern und wurde dann morgens und abends im Rucksack zurück zum Apartment getragen….wo er weggekommen ist weiß ich nicht. Verdächtigen kann ich ja ohne Hin/Beweise keinen-trotzdem muss ich generell misstrauischer sein.

 

 

Letztens habe ich bereits erwähnt, dass ich nach meinem Einsatz im Juni noch in Asien reisen möchte. Wahrscheinlich komme ich ersteinmal in Vietnam bei den Scalabrini-Missionaren unter und seh was sich dort umsetzen lässt. Im Anschluss möchte ich nach Thailand, eventuell auch noch Indonesien oder vll Indien.

 

Wer Lust auf die Länder hat oder Kontakte dorthin hat: Meldet euch!!!

 

 

1 Kommentar 16.2.10 15:32, kommentieren